Oberharzer Wasserregal
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Teiche




 

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FRÜHE TALSPERREN

Zusätzliche Informationen

DIE WICHTIGSTEN ABMESSUNGEN BEI DEN TEICHEN:
  • Dammlängen zwischen 50 und 420 m
  • Dammhöhen zwischen 5 und 15 m, beim Oderteich 18 m
  • Dammschüttvolumen zwischen 1.000 und 45.000 m³
  • Stauvolumen zwischen 10.000 und 600.000 m³, beim Oderteich 1,7 Mio. m³
  • Einzugsgebiete zwischen 0,1 und 10,9 km²
  • Überstaute Fläche zwischen 0,4 und 15 ha (Oderteich 26 ha)
  • Querschnitt der Grundablässe: In der Regel als Rechteckgerinne 24/24 cm.
  • Leistung der Grundablässe in der Regel 180 l/s (Holzgerenne)

HEUTIGE NUTZUNG DER TEICHE:
  • 6 Teiche sind der Trinkwassergewinnung gewidmet.
  • 17 Teiche dienen dem Hochwasserschutz.
  • 9 Teiche werden aus ökologischen Gründen mit wechselnden Wasserständen gefahren.
  • 5 Teiche sind als offizielle Badeanstalten definiert, wobei aber das Baden in den meisten anderen Teichen auch nicht verboten ist.
  • Die übrigen Teiche werden als Überlaufteiche betrieben.
  • Die meisten Teiche sind an örtliche Angelvereine verpachtet. Auch Gäste haben die Möglichkeit, unkompliziert Angelkarten zu erwerben. Näheres erfahren Sie hier.

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Eine Übersicht über die Anlagen des Oberharzer Wasserregals finden Sie auf unserer Übersichtskarte.

Vertiefende Informationen erhalten Sie in unserer Broschüre "UNESCO-Welterbe Oberharzer Wasserwirtschaft".

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Aufgrund der sehr starken Schwankungen in der Wasserführung der Oberharzer Fließgewässer war es bereits sehr früh nötig, Wasserspeicher zur Überbrückung von Trockenzeiten anzulegen. Die ersten Staubauwerke sind bereits Mitte des 16. Jahrhunderts angelegt worden und darunter dürften sich auch die ältesten heute noch betriebenen Talsperrenbauwerke Deutschlands befinden.

Etwa die Hälfte der Oberharzer Teiche sind gemäß Niedersächsischem Wassergesetz als Talsperren einzuordnen, da sie mehr als 100.000 m Wasser speichern und ihre Dammhöhe mehr als fünf Meter beträgt.

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STAUDÄMME

















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Mit Ausnahme des Oderteiches bestehen alle Dämme aus Erdschüttungen. Das Dammschüttmaterial, meist eher Steinbruchscherben, wurde vor Ort im künftigen Stauraum gewonnen. Da Lehm oder Ton als Dichtungsmaterial nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stand, wurden Rasensoden als Dichtungsbaustoff eingesetzt. Hierzu wurden die Rasensoden wurzelraumstark in Rechteckform ausgeschnitten und dann wie Mauerwerk mit versetzten Fugen, teilweise ein bis zwei Meter breit, aufeinander gesetzt. Diese Rasensodendichtung ist bei den meisten Teichdämmen nach wie vor in Funktion.

Bei den vor 1714 angelegten Teichen (Alte Bauart, 85 % der Dämme) wurde die Dichtung als Schürzendichtung im Bereich der luftseitigen Böschung vorgesehen, nach 1714 (Neue Bauart) führte man die Dichtung als Kerndichtung in der Dammmitte aus.

Verdichtungsarbeit wurde bei der Anlage der Erdschüttungen nicht geleistet, weshalb auch heute noch, über 300 Jahre nach dem Bau, immer noch Setzungen in den Dammbauwerken gemessen werden.

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GRUNDABLÄSSE

















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Als Grundablass wurde ein eichernes Holzgerenne, meistens als U-förmig ausgearbeitetes Gerenne mit Deckel vorgesehen. Da die Distanzen für die Grundablässe in der Regel über mehrere Baumlängen auszulegen waren, mussten mehrere Holzgerenne hintereinander gestoßen werden.

Der Verschluss erinnert ein wenig an den Stöpsel in der Badewanne: Ein so genannter Striegelzapfen verschließt eine runde Öffnung, die Striegelpfanne. Über ein Gestänge kann nun der Striegelzapfen gehoben und damit der Grundablass geöffnet werden.

Bei der "Alten Bauart" wurde der Verschluss am Einlauf am wasserseitigen Dammfuß vorgesehen, die "Neue Bauart" positioniert den Verschluss in einen besonderen Striegelschacht in der Dammmitte.

Da man durch entsprechende Konstruktion sichergestellt hat, dass die Holzgerenne stets unter Wasser gehalten werden, sind auch heute noch viele Holzgerenne intakt und in Betrieb.

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HOCHWASSERENTLASTUNGSANLAGEN








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Die Hochwasserentlastungsanlagen, auch "Ausflut" oder "Überlauf" genannt, sind in der Regel an einem der Dammenden auf gewachsenem Fels gegründet. Die meisten Bauwerke sind mit Trockenmauerwerk bzw. Sohlpflaster ausgebaut und somit vor Erosion geschützt. Gelegentlich findet man auch Konstruktionen aus Holz. Während früher die erforderliche Größe der Ausfluten grob geschätzt wurde, werden heute in aufwändigen Berechnungsmethoden die höchsten denkbaren Hochwässer ermittelt und in den vergangenen Jahren mussten etliche Überläufe zur Erhöhung der Sicherheit ausgebaut werden.

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